08.08.-22.08.2026
„Knut Norbert FELIX Firchau“
Grafiken: SELBSTPORTRÄTS, MEXIKO und
„DER BUTT“ – GÜNTER GRASS
Vernissage: 08.08.2026, 19-21:00 Uhr / Finissage: 22.08.2026, 18-20:00 Uhr


Knut Norbert FELIX Firchau
Zum Künstler
„Ich bin geboren, um Holzschnitte zu machen.“ In diesem Satz klingt die ganze innere Notwendigkeit an, aus der Knut Norbert Firchaus Kunst erwächst. Und als Professor Gerhard Kettner ihm am Ende des Studiums die Holzschnittwerkzeuge mit den Worten übergab: „Firchau – Sie widmen Ihr Leben dem Holzschnitt – Sie sind dafür geschaffen“, wurde aus Begabung Bestimmung. Firchau ist ein Künstler, dessen Werk von Hingabe, handwerklicher Genauigkeit und einer tief empfundenen Liebe zur Farbe getragen wird. Besonders im Holzschnitt findet er jene Sprache, in der persönliche Empfindung und jahrhundertealte Tradition zu einem lebendigen Bildklang verschmelzen.
Der Holzschnitt zählt zu den ältesten Wegen, Bilder der Welt einzuprägen. Seine Spuren führen zurück bis in das China des 5. Jahrhunderts; in Europa wurde er seit dem 14. Jahrhundert bekannt und fand später in den Händen von Künstlern wie Albrecht Dürer, Lucas Cranach und Hans Holbein zu höchster Meisterschaft. Auch in Japan entfaltete sich seit dem 17. Jahrhundert eine Kunst des Holzschnitts, in der Linie und Farbe zu leuchtender Harmonie fanden.
Firchau nimmt diesen alten Faden auf und spinnt ihn in eigener, unverwechselbarer Weise weiter. In seinen Malereien, Lithographien und vor allem in seinen Holzschnitten begegnen sich die Strenge des Handwerks und die Freiheit innerer Vorstellungskraft. Aus frühen Schwarz-Weiß-Arbeiten erwuchs, beflügelt durch Reisen nach Mexiko und Marokko, eine immer farbintensivere Bildsprache. Der Betrachter darf sich daran erfreuen, in den Werken von Knut Norbert Firchau das Wiederaufleben und die Fortsetzung der alten Kunst des Holzschnitts zu sehen.
Vita
1939 Geboren in Allenstein.
1945–1957 Schulbesuch und Abschluss in Genthin.
1958–1962 Studium an der Hochschule der Bildenden Künste und am Institut für Bildung in Dresden.
1962–1964 Pädagoge und Lehrer für Kunstpädagogik in Sebnitz.
1964–1966 Fachreferent für Kunstpädagogik im Haus der Pioniere in Dresden-Radebeul; externes Studium der Kunstpädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin mit Qualifikation für weiterführende Schulen.
1966–1971 Leiter des Kulturhauses in Strausberg bei Berlin.
1971–1990 Künstler am Kulturzentrum Berlin-Friedrichshain.
1990–1995 Leiter der Galerie Berlin-Friedrichshain.
1996–1999 Leiter Kreativworkshop – Glatzkasten (Berlin-Friedrichshain).
Seit 1999 widmete er sich ausschließlich dem freien künstlerischen Schaffen und dem Reisen.
Dank seines zielgerichteten Fleißes entstanden jedes Jahr mehrere grafische Zyklen. Seine wichtigste Ausdrucksform, die er bereits während seiner Schulzeit für sich entdeckt hatte, wurde der Holzschnitt.
2003 nahm er die Einladung seines langjährigen Freundes Andrei Bielak an, den Sommer in dessen Atelier in Vranov bei Brünn zu verbringen. In diesem Sommer und in den folgenden Jahren entstanden dort seine späten grafischen Arbeiten. Seine Holzschnitte waren auf zahlreichen Ausstellungen in ganz Südmähren zu sehen, unter anderem in Brünn, Vranov u Brna, Jevišovice, Vranovice, Mikulov, Valtice und Pavlov.
2005 veröffentlichte die Gemeinde Vranov ihren ersten Gemeindekalender mit seinen grafischen Blättern.
2010 schuf er dort seinen letzten Grafikzyklus. Insgesamt verbrachte er mehr als zwei Jahre seines schöpferischen Lebens in Südmähren.
2013 starb er und wurde im Dorf Schulzendorf am Stadtrand von Berlin beigesetzt.
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